Oh – soooo viel!

Als ich angefangen habe zu unterrichten, dachte ich, meine wichtigste Aufgabe wäre es, Antworten zu geben.

Heute sehe ich das etwas anders.

Meine Schüler:innen haben mir über die Jahre gezeigt, dass guter Unterricht oft weniger mit den richtigen Antworten zu tun hat als mit den richtigen Fragen.

Sie haben mir beigebracht, dass Menschen unterschiedlich lernen. Dass manche einen neuen Impuls sofort umsetzen können, während andere Zeit brauchen, um ihn zu verstehen, zu fühlen und schließlich in ihre Stimme zu integrieren.

Sie haben mir gezeigt, dass hinter technischen Herausforderungen oft ganz andere Themen stehen: Unsicherheit, Perfektionismus, Ungeduld oder die Angst, Fehler zu machen.

Und sie haben mich gelehrt, Fortschritte nicht nur an hörbaren Dingen zu messen. Oft beginnt Entwicklung lange davor – in einem besseren Körpergefühl, mehr Selbstvertrauen oder der Bereitschaft, sich überhaupt etwas Neues zuzutrauen.

Je länger ich unterrichte, desto mehr wird mir bewusst: Nicht nur meine Schüler:innen lernen im Unterricht. Ich lerne ebenfalls – immer wieder – dazu.